Erneuerbare Energien überholen Kohle in Polen – und das ist keine publizistische These mehr, sondern eine Schlussfolgerung aus den Betriebsdaten des Stromnetzes. In einem der letzten Abrechnungszeiträume erzeugten erneuerbare Energiequellen mehr Strom als Kohlekraftwerke, was durch die offiziellen Statistiken des Netzbetreibers und die nationalen Produktionsberichte bestätigt wird. Aus den veröffentlichten Daten
Erneuerbare Energien überholen Kohle in Polen – und das ist keine publizistische These mehr, sondern eine Schlussfolgerung aus den operativen Daten des Stromversorgungssystems. In einer der letzten Abrechnungsperioden erzeugten erneuerbare Energiequellen mehr Strom als Kohlekraftwerke, was durch die offiziellen Statistiken des Systembetreibers und nationale Produktionsberichte bestätigt wird.
Aus den von Polskie Sieci Elektroenergetyczne (PSE) veröffentlichten Daten geht hervor, dass in ausgewählten Monaten der Jahre 2024 und 2025 der Anteil von Wind und Photovoltaik an der momentanen Stromerzeugung im nationalen Stromversorgungssystem über 50 % lag. An manchen Tagen erreichte der Anteil erneuerbarer Energien in den Spitzenproduktionsstunden sogar 60-70 %.
Gleichzeitig zeigen die Statistiken der Agentur für den Energiemarkt (ARE) einen systematischen Rückgang des Kohleanteils an der nationalen Stromproduktion von Jahr zu Jahr.
Dies ist der erste Zeitpunkt, an dem in Polen – einem der kohleintensivsten Systeme der EU – erneuerbare Energien in einem bestimmten Abrechnungszeitraum einen deutlichen Vorsprung erzielen.
Was sagen die harten Zahlen?
Basierend auf den Daten von PSE und ARE:
– Photovoltaik in Polen hat das Niveau von 18–20 GW installierter Leistung überschritten.
– Die Leistung von Onshore-Windkraftanlagen beträgt über 9 GW.
– Die Gesamtkapazität erneuerbarer Energien im System übersteigt bereits 30 GW.
– An ausgewählten Tagen überstieg der Anteil erneuerbarer Energien an der momentanen Stromerzeugung 60 %.
– Der Kohleanteil an der jährlichen Energieproduktion ist in den letzten Jahren von über 70 % auf rund 60 % und darunter gesunken (je nach Monat).
Zusätzliche Trendanalysen veröffentlicht Forum Energii und weist auf das schnellere als prognostizierte Wachstum der Kapazitäten erneuerbarer Energien in Polen hin.
Das ist nicht nur eine Änderung des Energiemixes. Das ist eine Änderung der Systemdynamik
Jahrzehntelang basierte das polnische Stromversorgungssystem auf einer stabilen Kohleverstromung. Die Produktion war vorhersehbar und die Variabilität begrenzt. Ein hoher Anteil wetterabhängiger Quellen bedeutet, dass das System beginnt, nach einer völlig anderen Logik zu funktionieren.
Die operativen Daten von PSE zeigen eine zunehmende Amplitude von Produktionsschwankungen im Tagesverlauf. In Stunden hoher PV- und Windproduktion entsteht ein Energieüberangebot. Am Abend – bei geringer Sonnenproduktion – muss das System schnell ausgeglichen werden.
Das wirkt sich direkt auf den Markt aus.
Was bedeutet das in der Praxis?
Mit dem steigenden Anteil erneuerbarer Energien im System nimmt die Volatilität der Stundenpreise auf dem SPOT-Markt zu. Die Unterschiede zwischen günstigen Stunden – typischerweise mitten am Tag bei hoher Photovoltaikproduktion – und teuren Stunden, wenn die Erzeugung aus Wetterquellen sinkt, werden immer deutlicher. Die Bedeutung des Systemausgleichs nimmt zu, und die Rolle der Flexibilität der Verbraucher hört auf, ein Zusatz zu sein, und wird zu einem Element des Wettbewerbsvorteils. Gleichzeitig steigt das Risiko kurzfristiger, starker Preisspitzen in Zeiten geringer Wind- und Sonnenproduktion.
Je höher der Anteil wetterabhängiger Quellen ist, desto wichtiger wird die Fähigkeit von Unternehmen, auf Preissignale zu reagieren und das Verbrauchsprofil operativ anzupassen.
Unser Kommentar
Im Januar analysierten wir die Richtung der Transformation. Der aktuelle Zeitpunkt zeigt etwas Wesentlicheres: Das System ist in eine Phase hoher Volatilität eingetreten.
Für Unternehmen bedeutet dies konkrete operative Konsequenzen:
– größere Unterschiede zwischen Stunden mit günstiger und teurer Produktion,
– größere Bedeutung des Verbrauchsmanagementprofils,
– steigende Bedeutung der Spitzenlastleistung,
– höheres Kostenrisiko bei fehlender Kontrolle über den Verbrauch.
In einem System mit hohem Anteil erneuerbarer Energien gewinnen Unternehmen, die den Energieverbrauch in Echtzeit überwachen, Produktionslasten bewusst verschieben können, Energiespeicher nutzen und EMS-Systeme implementieren, die eine laufende Kontrolle und Optimierung des Bezugsprofils ermöglichen, an Vorteil. Die Energiewende ist kein abstrakter Trend mehr. Sie ist zu einem operativen Parameter geworden, der die Kosten und die Vorhersehbarkeit industrieller Tätigkeiten beeinflusst.
Kontaktieren Sie uns, und wir analysieren, wie wir Ihr Unternehmen auf die wachsende Volatilität des Energiemarktes vorbereiten können.
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